Gestern abend, 21.45 Uhr im ZDF, war es wieder soweit. Die erste aller, uns noch bevorstehenden, Jahresnachlesen stand auf dem Programm. Da wird einem doch immer wieder bewusst, wie schnell so ein Jahr an einem vorbeirauscht und vieles was passiert ist, ist aus dem Gedächtniss gelöscht oder gerade nicht abrufbar.
Klar die Fussball - WM, vergisst man nicht so schnell und die Entführungsfälle ” Stephanie” und “Natascha” sind einem auch im Gedächtnis, da die Pressewelle und der Fernsehrummel immer wieder daran erinnern. ( Und der Prozess im Fall “Stephanie” gerade läuft und ein Skandal, seitens des Entführers und der Justiz, den nächsten jagt.)
Doch vieles rauscht an einem vorbei, wird zwar registriert, aber bleibt nicht dauerhaft im Gedächtnis verankert. In dieser Hinsicht finde ich diese Jahresrückblicke schon sehr wertvoll, sie zeigen uns immer wieder, wie schnelllebig doch unsere Zeit ist und wie wir dieser Schnelllebigkeit doch ausgesetzt sind.
Gestern abend hat mich besonders die Berichterstattung über das Unglück in Berchtesgarden und die eingeladenen Gästen, beeindruckt. Das Unglück selbst war schon schlimm genug und ich hatte es nicht vergessen, doch die damit verbundenen persönlichen Schicksale und Hintergründe haben mich dann doch sehr berührt. Die eingeladenen Gästen waren selbst vor Ort an diesem Tag und haben bei dem Unglück Famileinmitglieder verloren. Ihre Haltung und Ihr Auftreten, vor Publikum, haben meinen ganzen Respekt. Ich fand es sehr erstaunlich, wie Sie über Ihre Erlebnisse und die damit verbundenen Schicksalschläge reden konnten. Und mag der Modreator, J.Kerner, auch nicht immer den richtigen Umgang mit seinen Gästen während der Sendung getroffen haben, hier fand ich seine Art der Interviewführung, sehr angemessen und geradezu bewundernswert. Menschen gegenüber zu sitzen, die ein solches Unglück erlebt haben und selbst Verluste hinnehmen mussten, darüber sprechen zu lassen, ist ein wahrlicher Drahtseilakt. Besonders schlimm, war für mich die, akribische Bericherstattung der Mutter, die beide Töchter verloren hat und trotz Ihrer eigenen schweren Verletzung verzeifelt versucht hat, Ihre Kinder zu finden und Ihre detaillierten Erinnerungen daran. Diese Ohnmacht einer Frau und Mutter, so bewunderswert ruhig vorgetragen, hat mich tief berührt und betroffen. Aber es zeigt uns, wie viel ein Mensch doch ertragen kann und muss, doch wie es wirklich in ihm aussieht, das bleibt der Welt verborgen.
Mag man über solche Sendungen denken wie man will, überall gibt es Höhen und Tiefen, Schicksalsschläge gehören zur Alltäglichkeit, doch gerade in dieser konsumorientierten Vorweihnachtszeit, bringen diese, für viele unbedeutenden Einzelschicksale, einen auf den Boden der Tatsachen zurück. Und plötzlich tritt dann, die so oft eingeforderte, Dankbarkeit und Besinnung ein und eigene, im Vergleich winzige, Probleme treten in den Hintergrund.
In diesem Sinne, eine schöne und geruhsame Vorweihnachtszeit wünscht
eure mallorcajasmin




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